Topic-icon Nach dem Prototyp kommt die richtige Arbeit - Marblehead Nephilim

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09 Jul 2021 11:08 - 09 Jul 2021 11:12 #15769 von GER 75
Viele wissen, dass ich meine Boote in den letzten Jahren gedruckt habe. Einige haben meinen Weg auf FB verfolgt.
Vom ersten M-Boot, meine Rage, bis heute war es ein langer Weg und jedes weitere Boot war eine Evolution.
2019 bin ich von dieser Linie komplett abgewichen und habe das Design radikal geändert und das Boot (Schnabeltier) ist sehr gut gelaufen.
Nur hatte ich mit diesem Design immer nen Problem - meine Augen wollten sich einfach nicht mit den Linien anfreunden. Daher habe ich 2020 beschlossen, die Linien der Rage und des Schnabeltieres zu vereinen.
Heraus kam die Nephilim.
Auch dieses Boot ist komplett im CAD entstanden und wurde dann gedruckt.
Bei diesem Boot bin ich meiner Linie treu geblieben...nur noch etwas deutlich ausgeprägt. Auch die Nephilim hat wieder die bewährten Sprayrails bekommen. Das Unterwasserschiff ist eine Mischung aus U-und Rundspanter. Der Bug hat einen Hauch mehr Volumen - geht schon in Richtung F3 - aber der Rumpf ist breiter und hat wieder relativ wenig Tiefgang.
Die gesamte Auslegung ist für mehr Wind gerechnet. Ich lebe nun mal im Norden. ;)
Leider war bis vor Kurzem eine Beurteilung des Bootes unmöglich. Corona-bedingt fanden keine Regatten statt und so war alles nur graue Theorie.
Also war das Boot nur zweimal allein im Wasser, aber diese zwei Tests haben mir doch ein gutes Gefühl gegeben...
...und dann hat die WSG eine Freundschaftsregatta angesetzt! Die Teilnehmerzahl war sehr gut und auch der Schnitt der Bootskonstruktionen war sehr gut. Viele aktuelle Boote und Skipper, die wissen, was sie tun. Da kann man mal 1000km fahren, um das neue Boot im realen Leben zu sehen!
Was soll ich sagen...das Ergebnis war mehr als überraschend!
Obwohl Leichtwindbedingungen vorherrschten und man auch mal durch ein Loch treiben musste, hat das Boot keine Leichtwindschwäche gezeigt.
Nach zwei-drei Läufen war das Boot relativ vertraut und ich habe mich auf die Eigenschaften konzentriert. Ok, man sollte sich mehr auf das Feld konzentrieren und vernünftig starten, aber es war der erste Einsatz des Bootes! Da will ich erstmal das Boot kennenlernen.
Kurz zusammengefasst: Ich habe mich verliebt! Vorwind funktioniert sie, aber auf der Kreuz macht sie einfach nur Spass! Sie braucht keine Korrekturen, geht gut durch die Manöver und springt verdammt gut an.

Die letzten Tage habe ich damit verbracht, zu überlegen, wie es mit dem Boot weiter geht.
Derzeit ist die Dame übergewichtig. Sie hat 250g zu viel auf den Rippen und nur 3,1kg Blei drunter. Da wäre noch sooo viel möglich...
Mit einem neuen Druck könnte ich vielleicht 100g sparen, aber das sind noch immer 150g zu viel, wenn ich von 750g für einen fertig ausgerüsteten Rumpf mit Ruder ausgehe.
....und ein neuer gedruckter Rumpf macht genau so viel Arbeit, wie ein gedrucktes Urmodell samt Formenbau...
Der Rumpf ist schon umgezeichnet und zum Urmodell mutiert und der Drucker arbeitet.
Also Vollkohle für das zweite Boot und hoffentlich Italien.
Fortsetzung folgt!

...und noch ein paar Bilder vom Prototyp

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

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Letzte Änderung: 09 Jul 2021 11:12 von GER 75.
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10 Jul 2021 17:12 #15771 von GER 75
Wie schon kurz erwähnt, lief der Drucker.
...und da für ein Urmodell Quick & Dirty ausreicht, war die Druckzeit auch überschaubar.
Die drei Teile sind verklebt, der Rumpf ganz kurz mit 240er Papier abgezogen und die Nähte kurz verspachtelt.
In der Zwischenzeit habe ich mir Gedanken über den Innenausbau gemacht. Alle Komponenten kommen relativ dicht an die Masttasche, um das Blei zentral unter die Flosse setzen zu können. Beim Prototyp habe ich Servo und Winde zu weit nach achtern platziert.
Montiert wird alles auf einen "Geräteträger". Nur der Akku kommt direkt an die Kieltasche.
Der Geräteträger wird aus LW-ASA gedruckt und ist damit auch temperaturstabil! Windenplatte wird natürlich gefräst. Ich habe die Platte so ausgelegt, dass ne RMG, oder mein geliebtes Ditex Platz finden. Dafür muss nur die Platte getauscht werden. Gewicht des Trägers: 27g

Material für den Formenbau ist bestellt...da wartet schon jemand auf einen Rumpf... ;)

 

 

 

 

 

 

 

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12 Jul 2021 20:30 #15773 von GER 75
Der Innenausbau ist durchkonstruiert und geht morgen in den Druck. Derzeit druckt da noch ne kleine RG in PLA mit dicker Wandstärke... ;)
Der Bereich Heckspiegel/Ruderkoker ist wieder eine Einheit und zentriert sich selbst im Rumpf. Der Ruderhebel ist lösbar fest im Rumpf und das Ruderblatt kann gezogen werden, ohne das sich der Ruderhebel verabschiedet. Am Kokerspant ist auch gleich die Umlenkrolle montiert.
Der Geräteträger ist auch etwas kompakter geworden und hat die Schotführung auch gleich mit drin. Auch das Rohr für den Travellerpin ist integriert. Ja, das Boot kann auch konventionell geriggt werden!
Ausserdem ist die Umlaufschot innenliegend.

 

 

 

 

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17 Jul 2021 11:37 #15776 von GER 75
Neben dem Bau einer weiteren RG und dem Schleifen des Rumpfes für das M, mache ich mir natürlich Gedanken um den weiteren Ausbau.
Wichtig war mir, eine konventionelle Takelung zu ermöglichen, ohne die Linien des Bootes zu sehr kaputt zu machen.
Ausserdem war es mir wichtig, das Boot mit dem A leicht zu halten. Wenn die kleineren Riggs zum Einsatz kommen, spielen 100-200g keine Rolle, aber bei Leichtwind zählt jedes Gramm, um die WL zu halten.
Daher habe ich das System an die Starkers angelehnt. Es gibt beim Wechsel auf die konventionelle Takelung zwei zusätzliche Teile zu montieren. Einmal den "Focktraveller" und den Mastcontroller. Beide Teile werden nur gesteckt und sind in Sekunden montiert, oder demontiert.
Der zusätzliche Rumpfaufsatz wird eine CFK-Halbschale und folgt der Kontur des Decks. Laminiert wird in einer Silikonform, da es Hinterschneidungen gibt.
Der Mastcontroller wird nur in zwei Führungen der Swing-Platte eingeschoben und stützt sich an der Riggsicherung fürs Swing ab. In dieser Riggsicherung ist auch das Loch für die hintere Aufnahme der Halbschale integriert. Die Fockschot hat also keine Chance sich irgendwo zu verheddern!
Die vordere Öse erhält eine einfache Zugentlastung durch ein 3mm-Carbonrohr, dass bis zum Rumpfboden geht und eingeharzt ist. Also bleiben nur 3-4 Gramm dauerhaft im Boot, um konventionell und Swing segeln zu können. ;)

 

 

 

 

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25 Jul 2021 11:47 #15785 von GER 75
So, wie es derzeit aussieht, gibt es eine Planänderung...
Gefräste Formen von einem absoluten Profi! Dank Tino Fuchs hat sich ein sehr produktiver Kontakt ergeben.
Ich bin richtig happy...
 

 
 

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