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Das Veranstalten einer Regatta ist stets mit sehr viel Aufwand verbunden, der umso höher wird, wenn es sich um die Internationale Deutsche Meisterschaft handelt. Melden sich dann noch 39 Teilnehmer aus verschiedenen Nationen an und der Austragungsort ist inmitten einer deutschen Großstadt wie Lübeck, dann erfordert es hohes Engagement und Organisationstalent um alle damit verbundenen Hürden zu meistern. Dies ist Udo Röpke und seinem Team ganz hervorragend gelungen und die 39 Teilnehmer kamen in den Genuss einer Internationalen Deutschen Meisterschaft, bei der sich alle Teilnehmer rundum wohl fühlten. 22 Teilnehmer kamen aus Deutschland, 11 aus Dänemark, 4 aus den Niederlanden, eine Teilnehmerin kam aus Belgien und ein Teilnehmer aus Polen.

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Das Revier an der Wakenitz hängt in Lübeck immer von der Windrichtung ab. Bei 3 Windrichtungen ist der Lübecker Yacht Club das ideale Revier, weht der Wind allerdings aus Nord muss auf die gegenüberliegende Seite ausgewichen werden, was dann in Absprache mit dem Hochschulsport geschieht. So mussten also im Vorfeld beide Reviere organisiert werden und sowohl der Lübecker Yachtclub als auch der Hochschulsport  zeigen sich stets sehr engagiert, die Modellsegler zu unterstützen. Insbesondere da keiner der Veranstalter Mitglied ist. Die Segler waren Gäste des Lübecker Yacht Clubs, der sein Revier an der Wakenitz hat, mit Blick auf die 7 Kirchtürme der Stadt. Mit angeschlossen an das Revier ist ein Restaurant.

Die Veranstaltung startete am Freitagvormittag, der für das Organisatorische reserviert war.  Startpunkt war der Lübecker Yachtclub und um es vorweg zu nehmen, alle Veranstaltungstage fanden dort statt, da der Wind immer aus der für den Yachtclub günstigen Richtung wehte. Zunächst ging es zur Anmeldung. Dort erhielt jeder Segler eine eigens zusammengestellte Mappe. Darin befand sich eine Zeitschrift der „Schiffsmodell“, Informationsmaterial über Lübeck, ein Glaswappen von Lübeck und ein Schlüsselband. Außerdem erhielt jeder Segler ein Namensschild mit seinem Namen, seiner Segelnummer und der Team Bezeichnung wie „Team Deutschland“, „Team Niederlande“, „Team Dänemark“, „Team Polen“, „Team Belgien“. Auch das Veranstalter Team trug Namenschilder, war aber zusätzlich mit pinkfarbenen Shirts bekleidet, so dass man sie immer sofort finden konnte.

3Nach dem Anmelden ging es ans Wiegen. Es wurden die Kiele gewogen, die zwischen 2.200 und 2.500 Gramm wiegen dürfen, aber es wurden auch die Schiffe gewogen, denn ein Schiff inklusive Kiel muss mindestens 4 kg wiegen. Nach oben ist das Gewicht offen, aber jeder versucht so nah wie möglich an der 4kg Grenze zu bleiben. Ist ein Schiff zu leicht, kann man das ausgleichen indem man zusätzlich Bleigewichte im Rumpf befestigt.  

Um 13.00 Uhr wurde die Regatta pünktlich von Udo Röpke eröffnet.

Er erklärte den Ablauf und stellte die Wettfahrtleitung vor, die auch international war, denn Carsten Posmik aus Hamburg wurde unterstützt von Tommy Blatter aus der Schweiz. Es kam das Umpire System zum Einsatz, was heißt, dass es keine separaten Observer aus dem Feld gibt.
Gesegelt wurde nach Heat Management System (HMS), welches für eine Deutsche Meisterschaft vorgeschrieben ist. Aufgrund der Anzahl der Teilnehmer wurde in 3 Gruppen gesegelt. Während die eine Gruppe auf dem Steg segelte, wurde die nächste Gruppe bereits aufgerufen und fand sich in einer dafür gesperrten Zone ein. Sobald die segelnde Gruppe fertig war und den Steg verlassen hatte, konnte die nächste Gruppe sofort den Steg betreten.

5Ina Podeschwa übernahm das Ansagen der Gruppen,  während Ulrike Posmik und Hans-Peter Röckendorf  auf dem Steg den Einlauf protokollierten. Im Regattabüro pflegte Sabine Röpke alles in die Karten an der Tafel ein. Alle drei waren aber auch bei den Vorbereitungen und in der sonstigen Organisation mit aktiv. Ebenso wie Frank Texdorf, Ingo Dürrkopf und Alf Benn. Am Sonntag wurde das Team noch kurzfristig erweitert, da eines der Team Mitglieder ungewollt ausfiel. Marina Molte, die einen Teilnehmer begleitete, sprang kurzfristig ein.
Kurzum ein sehr engagiertes Organisationsteam, die auch untereinander bestens miteinander harmonierten. Dies sorgte für einen reibungslosen Ablauf und somit konnten in den 2,5 Tagen pro Gruppe 12 Läufe, insgesamt damit 36 Läufe gesegelt werden. Alle Läufe wurden über einen Up & Down Kurs mit Gate gesegelt.

Es herrschte, wie überall in Deutschland sonniges und sehr heiße Wetter. Doch neben Kaffee, Würstchen und frisch gebackenem Kuchen von Sabine Röcke, gab es auch genügend gekühltes Wasser, so dass es zu keinerlei gesundheitlichen Problemen aufgrund der Hitze kam. Trotz des Sommerwetters wehte auch der Wind. Während er am Freitag mit 1 -2 bft aus Südost kam, drehte er am Samstag auf Süd und frischte im Laufe des Tages auf bis zu 3 bft auf. Am Sonntag drehte er auf Ost, behielt aber die 3 bft bei.  
An beiden Abenden waren gemeinsame Abendessen organisiert. Am Freitag gab es direkt am Yachtclub einen gemeinsamen Grillabend, am Samstag war ein gemeinsames Abendessen im historischen Ratskeller organisiert. Vorher jedoch wurden flugs Beamer und Laptop aufgebaut, so dass sich die Segler das Viertel-Finalspiel der Deutschen Nationalmannschaft ansehen konnten.

Und so wurden es am Ende 3 tolle Regattatage, die Stimmung war hervorragend und auf dem Wasser gab es viele spannende Läufe zu sehen. So manche Platzierung entschied sich erst in den letzten Läufen, so trennten die ersten 3 Plätze jeweils nur 2 Punkte voneinander.

4Auf Platz 3 segelte Huub Gillissen aus den Niederlanden mit seiner „Obsession“ mit 55 Punkten, gefolgt von Heinz Bohn mit seiner „Picanto“ mit 53 Punkten. Nationaler und Internationaler Sieger aber wurde ein überglücklicher Jens Amenda mit seiner „Test 5“ mit 51 Punkten. Alle 3 Segler haben ihre Schiffe übrigens selbst gebaut, wobei Jens Amenda auch der Designer seiner „Test 5“ ist.

Insgesamt waren ein Drittel der teilnehmenden Schiffe (13) von ihren Skippern selbst zusammengebaut, 6 dieser Schiffe segelten auf die ersten 10 Plätze. Acht der 13 Schiffe entstanden auch nach eigenem Design der Skipper, drei dieser 8 Boote waren in den Top Ten zu finden, die restlichen 5 Schiffe waren auf den Plätzen 11, 20, 22, 32 und 34.  

Graham Bantocks Modelle waren auf dem Wasser 6 Mal zu sehen. 3 Mal die bekannte „Topiko“, (Plätze 12, 27 und 36) außerdem die älteren Modelle „Icon“ (Platz 30)  und „Red Wine“ (Platz 33). Und natürlich das aktuelle Modell „Picanto“, welches von Heinz Bohn auf den 2. Platz gesegelt wurde und auch zu den selbst zusammengebauten Modellen gehört. Die „Picanto“ kann über Graham Bantock in England http://www.sailsetc.com/ oder über Heinz Bohn in Deutschland bezogen werden, bei Heinz Bohn kann man auch die Topiko erwerben: http://www.rcsegel.de/

Vom aktuellen skandinavischem Meister Sören Andresen waren 5 Modelle auf dem Wasser. Zwei „Orion“, zwei „Sirius“ und eine „Lärke“. Die „Orion“ segelten auf die Plätze 15 und 29, die beiden „Sirius“ auf die Plätze 17 und 21 und der Skipper der „Lärke“ erreichte Platz 23. Sören Andresen selbst segelt allerdings eine „Mad Max“ von Jeff Byereley. Wer sich für die von Sören entwickelten Schiffe interessiert, wird in der Datenbank der skandinavischen IOM Seite fündig: http://www.iom-nordic.org  
Die „Test 5“, entwickelt, gebaut und vertrieben von Jens Amenda, dem internationalen und nationalen Deutschen Meister,  war 4 Mal am Start und erreichte neben dem erwähnten 1. Platz die Plätze 8, 28 und 35.  Wer sich für die „Test 5“ interessiert, findet hier nähere Infos: http://www.rc-jachtwerft.de/. Auch von Dave Creed waren 4 Schiffe auf dem Wasser. Das etwas ältere Modell „Slim Chance“ (Plätze 37 und 38), eine „Lintel“ (Platz 4), und eine „Widget“  (Platz 5). Nähere Informationen über die „Lintel“ gibt es hier:  http://www.lintel-iom.com/, wer sich für die „Widget“ interessiert wird bei Ralph Tacke fündig: http://www.rt-sails.de

6Vom australischen Designer Jeff Byerley waren 3 Modelle zu sehen: Eine „Mad Max“ (Platz 7), eine „Extreme“ (Platz 19) und eine „Cockatoo“ (Platz 31). Nähere Informationen gibt es hier:  http://www.mirageradioyachts.com/. Zwei Modelle des Neuseeländers Ian Vickers kamen auf die Plätze 26 („V6“)  und 16 („V7“). Informationen über das aktuelle Modell“ V7“, welches in Spanien gebaut wird, gibt es hier: http://www.vinaixayachts.com/en
Ebenfalls zwei Modelle hatte Joergen Marquardsen aus Dänemark auf dem Wasser. Seine noch recht junge Neuentwicklung heißt „Sega“. Er fuhr sie zum Einen selbst und erreichte Platz 11, das andere Modell erreichte Platz 18.  Es gibt noch keine weiteren Informationen über dieses Boot, weil es so neu ist.

Des Weiteren konnte man noch eine „Obsession“ von Craig Smith sehen (Platz 3), eine „Deja Vu“  von Dirk Schewe (Platz 10), eine Arrow von „Charles Detriche“ (Platz 14). Diese 3 Schiffe wurden von ihren Skippern selbst zusammengebaut. Außerdem am Start eine „Errica“ von Martin Firebrace (Platz 13), eine „Disco“ von Brad Gibson (Platz 24) eine „Insider“ von Günter Haberecht (Platz 25) und eine „F-Works“ von Voodoo (Platz 39).

Nach dem letzten Lauf der Gruppe A, fand für alle Teilnehmer, Begleitpersonen und Besucher die Auslosung der Tombola statt, die Lose dafür waren den Sonntag über verkauft worden.  Verlost wurden Sachpreise, die von den Firmen Rotex, Rapid-Data, Robbe, Multiplex, Graupner und dem Neckar-Verlag zur Verfügung gestellt worden waren. Dafür ein Herzliches Dankeschön. Der gesamte Erlös der Tombola ging in die Jugendkasse des Lübecker Yachtclubs als Dankeschön für die Unterstützung, die neben der Organisation auch im zur Verfügung stellen von Infrastruktur, Booten und Benzin bestand. Eine Stunde später waren dann die Auswertungen fertig und die Siegerehrung konnte beginnen. Udo Röpke bedankte sich noch einmal bei allen Beteiligten und freute sich darauf, endlich mal wieder eine Nacht zu schlafen, denn die Vorbereitungen hatte ihn doch um so manche Stunde Schlaf gebracht.

logosmOriginal erschienen in der Zeitschrift Schiffsmodell  des Neckar-Verlags Autor:Ingrid Blüm.
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