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Die diesjährigen Meisterschaften der bundesdeutschen Modellsegler wurden vom 4. bis 6. Oktober auf dem Waldmattensee in Kippenheimweiler bei Lahr ausgetragen.

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Da die Mehrzahl der Teilnehmer bereits am Vorabend in Kippenheimweiler eintraf, wurde der Austragungsort natürlich sofort inspiziert, der eine oder andere nutzte den Abend auch noch für einige Trainingsrunden. Der sehr idyllisch gelegene See mit klarem Wasser und flachem, gut zugänglichem Ufer fand Anklang bei allen Teilnehmern. Nicht so die in unmittelbarer Nähe gelegene Kiesfabrik, deren Geräuschentwicklung für eine ständige akustische Untermalung am ersten Wettkampftag sorgte.

Die diesjährigen Meisterschaften der bundesdeutschen Modellsegler wurden vom 4. bis 6. Oktober auf dem Waldmattensee in Kippenheimweiler bei Lahr ausgetragen. Da die Mehrzahl der Teilnehmer bereits am Vorabend in Kippenheimweiler eintraf, wurde der Austragungsort natürlich sofort inspiziert, der eine oder andere nutzte den Abend auch noch für einige Trainingsrunden. Der sehr idyllisch gelegene See mit klarem Wasser und flachem, gut zugänglichem Ufer fand Anklang bei allen Teilnehmern. Nicht so die in unmittelbarer Nähe gelegene Kiesfabrik, deren Geräuschentwicklung für eine ständige akustische Untermalung am ersten Wettkampftag sorgte.

1985_dm_2Mit den Ansprachen des Vorsitzenden des austragenden Vereines der mittelbadischen Schiffsmodellfreunde sowie des Segelobmanns des Nauticus wurde die Meisterschaft dann gegen 11 Uhr am Freitagvormittag eröffnet.

Den Auftakt bildeten die Wettfahrten der X-Boote. Da in dieser Klasse 13 Boote, ein- geschlossen das des einzigen Jugendlichen, an den Start gingen, konnte auf eine Teilung des Feldes verzichtet werden. Leider suchte man auch dieses Mal vergeblich nach etwas Außergewöhnlichem in der „Erfinderklasse". Positiv zu bewerten ist hingegen, dass sich die X-Klasse mittlerweile doch wieder größerer Popularität zu erfreuen scheint. Optisch stach nur das Boot von J. Walicki etwas hervor, es war gewissermaßen das „schmächtigste" Boot im ganzen Feld.

Die meisten Teilnehmer verwenden eine auf Deck platzierte Umlaufschot, die Beschläge waren durchweg von sehr guter, professionell wirkender Qualität. Bei den Lukenverschlüssen konnte man vom einfachen Klemm- bzw. Schraubendeckel bis hin zu superleichten Klebefolien praktisch alles sehen.

Vom Design her gefielen mir die Boote von Peter Rutetzki am besten - wer sagt denn, dass ein Regattaboot nicht einen gewissen modischen Pfiff haben darf?

1985_dm_4Der während der ersten Läufe noch sehr schwache Wind frischte dann nach und nach immer mehr auf, so dass etwas mehr Dynamik ins Feld der X-Boote kam. Bereits nach den ersten Läufen war klar, dass J. Walicki und H. Etzel den Sieger unter sich ausmachen würden, die beiden waren immer unter den Ersten zu finden. Nach sechs Läufen lag dann Etzel vorn, gefolgt von Walicki, dessen leichtes Boot dann allerdings mit dem stark auffrischenden Wind nicht so gut zurecht kam. Gegen 14 Uhr stand nach zwölf Läufen das Ergebnis fest, Etzel vor Walicki und Rutetzki.

In der Klasse 10R waren 19 Teilnehmer gemeldet, das Feld wurde daher durch Losentscheid geteilt. Leider spielte anschließend der Wind nicht mehr richtig mit, so dass um 16.45 Uhr schließlich nach nur zwei durchgeführten Läufen die Tenrater ihre Ausscheidungen unterbrechen mussten.

1985_dm_7Der Wettbewerb wurde dann am Samstag ab 9 Uhr fortgesetzt. Das Wetter begann sich langsam einzutrüben, von Wind war stellenweise nicht einmal mehr die sprichwörtliche „Mütze voll" zu finden. Im Laufe der Zeit kristallisierten sich dann F. Nieweg und H.-G. Asselborn als die besten „Flautenschieber" heraus, bei diesen extremen Verhältnissen zeigten sich dann die Unterschiede: Distanzen von halber Dreieckslänge zwischen dem Führenden und der Schlussgruppe waren keine Seltenheit. Zwischen H. Etzel und H. Blessin musste dann noch ein Stechen um Platz 5 und 6 durchgeführt werden, das Etzel klar für sich entscheiden konnte. Das Endresultat sah dann F. Nieweg vor H.-G. Asselborn und H.Büsgen. Die beiden einzigen Jugendlichen der 10 R-Klasse starteten im Feld der senioren mit, wobei A. Piel sich vor C. Schupp platzieren konnte.

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Gegen 14 Uhr wurde die Startstelle verlegt, um mit der nun vorherrschenden Windrichtung besser zurecht zu kommen, obwohl der Ausdruck „Wind" für die leichte Luftströmung am Samstagnachmittag wohl nicht ganz zutreffend war. Es folgten nun die Ausscheidungen der Junioren der Marblehead-Klasse, die insgesamt sechs Läufe bestritten. Die Boote der Jugendlichen boten einen sehr farbenfrohen Anblick, die Stimmung war längst nicht so ernst wie bei den Senioren, auch die üblichen Drängeleien an den Tonnen waren hier nicht so ausgeprägt. Nicht einmal der kurzzeitig einsetzende Platzregen konnte den Junioren die gute Stimmung verderben. In dieser Klasse startete auch der einzige weibliche Teilnehmer dieser Meisterschaften, Beate Müller vom MBC Hanau. Auch in dieser Klasse ließ sich A. Piel den ersten Platz nicht nehmen, er fuhr sehr routiniert und mit guter Übersicht. Auf den zweiten Platz schob sich M. Kraft. Dritter wurde C. Schupp.

1985_dm_5Der Sonntagmorgen zeigte dann ein nasskaltes unangenehmes Gesicht, nach einem kurzen Schauer am Morgen blieb es im weiteren aber wenigstens trocken. Der Wind schwankte zwischen „leicht" und „sehr leicht". Die Wettfahrten der Marblehead- Senioren wurden im Wechsel von vier Gruppen durchgeführt. Ausschlaggebend für die Zugehörigkeit zu diesen Gruppen waren die bereits am Vorabend bei den Platzierungsläufen erreichten Ergebnisse. Gegen 11 Uhr wurden die Fahrten dann für das Grußwort des Bürgermeisters der Stadt Lahr unterbrochen. Trotz des unerfreulichen Wetters waren doch einige Zuschauer erschienen, die interessiert das Geschehen verfolgten. Die kleine Gruppe vorbildgetreuer Segelschiffsmodelle, die im Rahmenprogramm gezeigt wurde, erfreute sich besonderer Beliebtheit bei den Besuchern. Aufgrund des immer mehr nachlassenden Windes zogen sich die Ausscheidungsrennen dann allerdings sehr in die Länge, das ursprünglich für 15 Uhr geplante Ende musste auf 16 Uhr verlegt werden. Somit spiegelt dann auch die Endplatzierung der Senioren der Marblehead-Klasse die Leistungen der entsprechenden Segler wieder, sogar aus dem leichtesten Windhauch noch etwas zu machen. M. Marwel konnte sich unangefochten vor W. Masuch an die Spitze setzen, Spannung dann bei der Entscheidung um den dritten Platz. Wegen Punktgleichheit musste ein Stechen zwischen K. Schneidemesser und R. Laube durchgeführt werden, das Laube klar für sich entscheiden konnte.

1985_dm_6Auch die Vermessung der Segel der drei Erstplazierten blieb ohne Einfluss auf die Platzierung.

Gegen 17 Uhr begannen die Siegerehrungen, nachdem die vorbildgetreuen Segelschiffsmodelle für ca. 10 Minuten ins Wasser durften.

Abschließend ist zu sagen, dass diese Meisterschaften auf der Seite des Wettbewerbs gut organisiert waren. Jedoch sollte man sich an zuständiger Stelle Gedanken machen, ob nicht ein bisschen mehr für den (uneingeweihten) Zuschauer getan werden sollte. So bestand für den Interessierten keine Möglichkeit, sich über die zu fahrenden Kurse oder die aktuelle Platzierung zu informieren, ohne direkt bis an die Startstelle vorzudringen. Eine oder zwei Informationstafeln hätten ja bereits genügt. Dass die vorbildgetreuen Modelle, die das meiste Interesse der Zuschauer fanden, in ein völlig unterrepräsentiertes „Randprogramm" abgeschoben wurden, ist nicht nur auf die ungünstigen Windverhältnisse zurückzuführen. Wenn zukünftige Wettbewerbe nicht zu reinrassigen „Insider"-Treffen werden sollen, so sollte doch ein bisschen mehr für das interessierte Publikum getan werden.

logosmOriginal erschienen in der Zeitschrift Schiffsmodell des Neckar-Verlags 11/1985 Autor:H-J.Welz. Sollten hiermit irgendwelche Rechte verletzt werden bitte Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Ich werde dann den Artikel sofort entfernen.

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