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Dieses Jahr stand diese Traditionsregatta im Zeichen des Dauerwinters. Wir hatten zwar das Glück, dass kein Eis auf dem See war; mit Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt war aber ganz schön Frieren angesagt. Wenn ich da an frühere Jahre denke, wo zu dieser Jahreszeit schon freizügige Münchnerinnen, gleich neben der Startstelle, für Frühlingsgefühle sorgten……..

Im Gegensatz zur IOM-Regatta am Vortag fanden sich gerade noch 11 Unentwegte ein. Auch da war früher alles „besser“, denn da waren Starterfelder von 30+ keine Seltenheit. Insbesondere unsere österreichischen Segelfreunde lassen uns immer mehr im Stich und auch die Schweizer machen sich total rar. Das war wirklich schon ganz anders!!

Der Wind kam, wenn er kam, aus günstiger Nord/Nordost-Richtung. Jeden Morgen ließ er uns erst im Stich, um dann aber ein Einsehen zu haben, und so haben wir doch 27 Durchgänge geschafft. Der Weg zur Luvtonne war recht tricky, denn ohne ersichtlichen Grund war einmal der Schlag draußen der bessere, doch wenn man sich darauf eingestellt hatte konnte man in Ufernähe eine Höööööhe ziehen…..

Wie immer sind die äußeren Umstände für alle gleich (Yogi war ja nicht da, der kann manchmal seinen eigenen Wind bestellen) und so ergab sich folgendes, leistungsgerechtes Ergebnis:

IMG 02591 GER 68 Henning Faas …………   ……..43 P.
2 GER 336 Christian Neumeier…………..63 P.
3 GER 61 Gerhard Schmitt………… …...76 P.
4 GER 44 Klaus Wagner…………  …….107 P.
5 GER 715 Lothar Himmelsbach…   ..117 P.
GER 145 Volker Schwarz………  ……..117 P.
7 GER 33 Wolfgang Götz……………....120 P.
8 GER 81 Frank Hennig……………  …..131 P.
9 GER 401 Ludwig Eglseer……………...208 P.
10 Ger 634 Florian Musso…………… ….243 P.
11 GER 294 Andreas Finger………… …247 P.

Einige sehr subjektive Eindrücke, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben:

GER 68: Henning kam mit Ehrgeiz, denn er will unbedingt die Qualifikation für die nächste WM in Holland erreichen. Die Anarchy war nach der „Perforierung“ durch nette Segelfreunde in Geldern wieder repariert und Henning hat dieses Mal einen optimalen Trimm gefunden. So wurde er letztlich überlegen Erster. Hut ab! So kann die WM kommen!

GER 336: Christian hat seiner „alten“ Skalpell den Vorzug gegeben, die Prime Number sucht noch den Anschluss. Chr. konnte lange Zeit Henning auf den Fersen bleiben, „schwächelte“ am zweiten Morgen aber etwas, sodass er sich schließlich mit Platz 2 zufrieden geben musste. Er sah das aber, wie immer, mit heiterer Gelassenheit. Viele erste Plätze in den Läufen zeigen aber seine große Klasse.

GER 61: Bei mir sollte eine der gelben Margos mit etwas kürzer Flosse zeigen, was sie kann. Da bei diesem Boot das Swing-Rigg etwas weiter vorne steht, das Boot also etwas leegieriger ist, zahlte sich diese Kombination bei dem leichten Wind nicht unbedingt aus. Bei achterlichem Wind war die performance gut, am Wind war es aber ein ständiger Kampf, das Boot auf den optimalen Kurs zu bringen. Wer hat dann auch noch das fast einzige Kraut gefunden?? Wäre ja noch zu verkraften; wenn aber die Finger so kalt sind, dass man das Boot drei Läufe nicht ans Ufer holt….
Noch ein kleines Frusterlebnis: Das Leichtwind-Rigg war mit Icarex-Segel ausgerüstet. Die hatten zuhause in der warmen Stube ein Profil wie aus dem Bilderbuch. Am See war es aber kalt und feucht……selber schuld!!!

GER 44: Klaus hatte die frühere Skalpell von Klaus Schröder und die lieeeeeef, insbesondere am 2. Tag. Er konnte damit gut vorne mithalten und mehrere erste Plätze sagen alles. Klaus meinte, diese Segeleinstellung würde er am liebsten in das Rigg „einmeißeln“, denn so hatte er das Boot noch nicht erlebt. Ja, ja, wo man viel einstellen kann, kann man auch viel VERstellen! Wünschen wir ihm, dass er das Boot weiter gut im Griff hat, das motiviert doch ungemein.

GER 715: Auch Lothar segelt jetzt eine Skalpell, neuester Bauart. Wenn man ihn an der „Backe“ hatte, musste man seine ganze Erfahrung und chuzpe einbringen, um ihn nicht zu oft vor einem zu haben. Ich denke, wenn er das Boot noch besser kennt, dann kann er ganz vorne mitfahren.

GER 145. Volker fuhr seine anerkannt schnelle Margo. Am ersten Tag hielt er einen guten 4. Platz. Mehrere Mal hätte er einen Lauf gewinnen können, „versiebte“ das aber aufgrund eines doch nicht zu übersehenden Trainings-bzw. Regattarückstandes.

GER 33 und GER 81: Die sind sicher mit ihrem Platz nicht sehr zufrieden. Ich meine aber, beide haben jetzt Boote mit viel Potenzial. Manche heißen Kämpfe mit ihnen beweisen das und sie hatten dabei oft die Nase vorn. Wolfgang fährt eine Skalpel (hoffentlich habe ich das richtig in Erinnerung) mit einem guten, selbst gemachten Rigg und Frank eine chilirote, sauber aufgebaute Starkers, ebenfalls mit selbst gemachtem, schnellen Swing-Rigg. Die „Burschen“ rüsten richtig auf, da wird man absolut gezwungen, dagegen zu halten. Es bleibt also viel zu tun!!!

Jedenfalls hat sich die Reise nach München wieder gelohnt, auch wenn es „saukalt“ war. Bleibt zu hoffen, dass nächstes Mal wieder einige Segler mehr den Weg dorthin finden.

GER61hard

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