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Es gibt für die Modellsegler - außerhalb von Gruppen-, Bundes- oder sonstigen Meisterschaften - jedes Jahr einige reizvolle und zugkräftige Regatten, bei denen eine Teilnahme besonders erstrebenswert erscheint. Zu dieser Kategorie von Freundschaftswettbewerben zählen z.B. Berlin-Gatow, Hamburg-Harburg, die Seniorenregatta in Fulda sowie auch die noch relativ junge „stürmische" Sturmvogel-Regatta von Rheinzabern. Über alle wurde schon einmal berichtet; nicht zu vergessen dabei die alljährliche Segelwoche von Champex, die in Wort und Bild bereits einige Male Erwähnung fand.

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Traditionell reist nun seit etlichen Jahren das Segler-Völkchen über die Pfingstfeiertage an den Tachinger See; viele verbinden das mit einem Vorurlaub, d.h. man segelt schon am Himmelfahrtswochenende auf dem St.-Wolfgang-See, wo die Familie Kukula aus Zinkenbach, Vater Ernst und Sohn Hans zusammen mir ihren Damen, Ausrichter und Gastgeber ist (Schiffsmodell berichtete in Heft 8/81 hierüber). Eine Woche später ist man dann am Tachinger See Gast des veranstaltenden Traunsteiner Modellbau-Clubs. Nach meiner Erinnerung wurde hierüber allerdings noch nicht berichtet, obwohl sich die Tachinger Pfingst-Regatta seit Jahren in Seglerkreisen großer Beliebtheit erfreut. Hiervon zeugt schon die Zahl 60 der in diesem Jahr aus Nord und Süd, aus Berlin ebenso wie aus der Schweiz und Österreich angereisten Teilnehmer. Und nicht nur die Zahl der Meldungen ist Maßstab; was auf der Modellsegelszene Rang und Namen hat, versucht dabei zu sein, möglichst sogar auf beiden Wettbewerben. Und da Pfingsten in etwa den Saisonbeginn kennzeichnet, die verschiedenen Meisterschaften liegen noch vor uns, werden hier Neukonstruktionen kreiert, Geheimnisse gelüftet und Tests durchgeführt. Engagement und Neugierde sind gleichermaßen groß.

1983_taching_1Der Berichterstatter nahm das erste Mal teil, fühlte sich als Newcomer in einer - fast möchte man sagen - etablierten „Tachinger Segelrunde". Aber, um es vorwegzunehmen: es waren trotz Kühle und leichtem Schmuddelwetter freundliche Tage. Eine eingespielte und routinierte Organisation sorgte für den (fast) reibungslosen Ablauf und kann, wie auch auf anderen Regatten, nicht für missliche Windverhältnisse verantwortlich gemacht werden.

Zum Sport selbst: Nach drei wertungsfreien Läufen am Pfingst-Sonnabend, in denen mit Auf- und Absteigen die Spreu vom Weizen getrennt wurde, ging es ab Pfingst- Sonntag „zur Sache": 5 Gruppen, A bis E, mit je 12 Teilnehmern, segelten nun nach dem bewährten Flottensystem um Punkte, um Aufstieg in die nächste Gruppe bzw. auch um Abstieg. Die hohe Teilnehmerzahl machte es erforderlich, dass das Auf- und Absteigen jeweils die drei ersten bzw. drei letzten Segler eines Gruppenlaufs betraf. Das heißt, dass 50 % der Segler eines Laufs mit „Veränderungen" nach oben oder unten rechnen mussten. Das tat dem Ablauf, der Lebendigkeit und der allgemeinen Spannung ohne Zweifel gut; eine Empfehlung an die Ausrichter anderer Großregatten.

1983_taching_3Sie wollen nun - sofern nicht selbst dabei gewesen - sicherlich gerne wissen: Wie ging's denn aus bei so vielen „Assen", Neukonstruktionen und, nicht zu vergessen, neuen Segeln und neuen Materialien? Nun, Sensationen blieben aus, auf dem Treppchen standen bekannte Gesichter, nicht unverdient, denn Erfahrung, Können und fleißiges Tüfteln in den Wintermonaten zahlen sich eben aus:

Sieger der 9. Tachinger Pfingst-Regatta

1. Platz Helmut Lupart, Schweiz
2. Platz Janusz Walicki, Hamburg
3. Platz Karl Schmidt, Österreich

Den undankbaren 4., 5. und 6. Platz belegten Heinz Büsgen, Duisburg, Hans Kukula, Thomas Fahnler, beide Österreich. Immerhin befanden sich aber unter den ersten 20, d.h. im ersten Drittel der teilnehmenden Segler, viele bekannte Namen vom nauticus bzw. aus der neuen (dem DSV angeschlossenen) Vereinigung der Modellyachtsegler e.V.: W. Budde, M. Dotti, H. Etzel, R. Klörres, K. Lauschmann, G. Voelz, H. Starklauf und P. Rutetzki.; ein erfreuliches Zeichen der Leistungsbreite bei den deutschen Modellseglern.

„Taching ist eine Reise wert", ich meine, das sollte abschließend nochmals festgestellt werden. Das bayrische Voralpenland bietet einen reizvollen Rahmen, die Unterbringung im Hotel, Gasthof oder auf einem Bauernhof ist preiswert, freundlich und erholsam. Lieber Traunsteiner Modellbau-Club: Herzlichen Dank, wir kommen alle gerne wieder!

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logosmOriginal erschienen in der Zeitschrift Schiffsmodell  des Neckar-Verlags 8/1983 Autor:Horst Krönke. Sollten hiermit irgendwelche Rechte verletzt werden bitte melden. Ich werde dann den Artikel sofort entfernen.

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