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Es ist schon fast eine große Familie, die sich jedes Jahr in der ersten Augustwoche in Champex einfindet. Einige gute Freunde sah man leider nicht wieder, aber neue kamen dazu, nicht zuletzt durch die Artikel im Schiffs-Modell. Wo kann man sonst noch acht Tage lang in einer herrlichen Umgebung von morgens bis abends regatta- segeln? Der Leistungsstandard der meisten Teilnehmer ist sehr hoch, aber durch eine Einteilung in drei Leistungsgruppen befinden sich gleichwertige Gegner in jedem der drei Felder. Auch Anfänger können mitmachen, nur sollten sie die Regattaregeln beherrschen.

1979_champex_1In diesem Jahr waren 28 Teilnehmer am Start. Sie kamen aus der Schweiz, Österreich, Frankreich und Deutschland. Der Kurs wird vor dem Start angesagt und ist variabel zwischen etwa 150 bis 350 m. Als Abschluss gibt es jeden Abend eine Wanderregatta über den ganzen See. Dabei kommen auch etwa 2 bis 2,5 km zusammen. Daher starten alle Boote in einem Feld. Bei richtiger Organisation macht das keine Schwierigkeiten.

Diese „Bol d'or" Regatten waren sowohl für die Teilnehmer als auch für die zahlreichen Zuschauer absolute Höhepunkte, Dass bei der Siegerehrung drei Eidgenossen an der Spitze lagen, ist nicht verwunderlich. Nur wer erstklassiges Boots- und Segelmaterial mitbringt, hat Aussicht, in die Spitzengruppe zu gelangen und sich dort zu behaupten. Jürgen Groß war der, beste Deutsche, obwohl er mit einem neuen Boot antrat, das ja bekanntlich erst im zweiten Jahr richtig läuft. Nur wer bei den allgemeinen schwachen Winden einen gut sichtbaren Verklicker fuhr und jede Winddrehung beachtete, hatte Aussicht auf Erfolg.

 

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Dazu brauchte er gut stehende Segel aus genügend steifem Tuch. Leichte „Plünnen" sind undiskutabel. Im Allgemeinen wurden von den Spitzenseglern Segelstoff im Gewicht zwischen 100 bis 150 Gramm bevorzugt. Jeder hatte aber am Ende der Woche einiges dazugelernt. Der Gewinn an Erfahrung und Segelpraxis zählen für mich weit mehr als die Preisverteilung, die auch in diesem Jahr einer Bescherung gleichkam. Aber auch die Leser können profitieren, wenn ich demnächst über das Boot des Schweizer Spitzenseglers Helmut Lupart berichte.

logosmOriginal erschienen in der Zeitschrift Schiffsmodell  des Neckar-Verlags 10/1979 Autor:F.K. Ries. Sollten hiermit irgendwelche Rechte verletzt werden bitte melden. Ich werde dann den Artikel sofort entfernen.

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