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Tradition beim MYC München ist eine Regatta am jeweils letzten April- und Oktober-Wochenende. Dieses Mal war die Frühjahrsregattaauch gleichzeitig die Jubiläumsveranstaltung zum 25. Geburtstag.

Der im süddeutschen Raum rührigste Club wurde 1976 gegründet. Anfangs fanden die Veransataltungen am Feldmochinger See statt, seit vielen Jahren hat man aber ein sehr gutes Verhältnis zur Wasserwacht am Feringasee und kann die schöne Lage des Sees sowie Steg und Rettungsboot nutzen. Ein bekanntes Münchner Ausflugslokal mit großem Biergarten ist gleich daneben, also alles beste Voraussetzungen für Regatten.

2001_muenchen25_1Zum diesjährigen Jubiläum wurde nach den ersten Läufen die Regatta unterbrochen, um besagten Biergarten auch zünftig zu nutzen. Der Münchner Club spendierte dort allen Teilnehmern - wie könnte es auch anders sein - eine Weißwurst-Brotzeit mit einer Halben Bier. Anschließend ging die Regatta entspannt und bei bestem Wetter weiter. Der Wind könnte am Feringasee manchmal noch etwas besser sein, vom Sonnenschein wird man dafür sowohl im Frühjahr als auch im Herbst meistens verwöhnt.

Unter der Leitung von Wolfgang Götz (Vorstand) und Peter Nachreiner (Schriftführer) ist das Clubleben sehr aktiv, die Segler treffen sich regelmäßig am See zum Training oder einfach zum sonntagmorgendlichen "Schiffchenbaden". So ist es nicht verwunderlich, dass einige Clubmitglieder bei größeren Regatten immer wieder vordere Plätze belegen können. Heute kann man sich in Deutschland, England oder Frankreich Modellyachten mit allem Drum und Dran regattafähig kaufen, viele Münchner haben aber den Ehrgeiz, viele Dinge selbst zu entwickeln und selbst konstruktiv tätig zu werden, zumindest was die Klasse F 5 M anbelangt. Leider geraten auch in diesem Club die 10-Rater immer mehr aufs Abstellgleis, obwohl dies für mich nach wie vor die schönste Yachtklasse ist. In früheren Jahren war es Tradition, am Freitag der Frühjahrsregatta einen Tag für die 10er einzuräumen, mangels Masse kamen dieses Jahr aber nicht genügend Teilnehmer zusammen. 2001_muenchen25_2Hoffentlich wird das die nächsten Jahre wieder mal anders. Zur M-Regatta kamen dagegen 27 Teilnehmer, was sehr viel ist, wenn man bedenkt, dass zum gleichen Termin noch zwei weitere Regatten am Fühlinger See (Köln) und in Eilenburg (Leipzig) stattfanden. In einem solchen Fall kommen die guten Beziehungen zu den Segelkameraden in Österreich zum Tragen, die seit Jahren gepflegt werden. So gibt es auch einen Grenzlandcup, zu dem die Regatten in beiden Ländern zählen.

Die Modellsegler in Deutschland sind in der überwiegenden Anzahl (zumindest die guten Regattasegler) dem Deutschen-Segler-Verband (DSV) angeschlossen. Dieses Jahr sollte die Anzahl der Ranglisten-Regatten vermindert werden, und diesem Vorhaben sollte auch die Münchner Frühjahrsregatta zum Opfer fallen. Der Einsatz des MYC konnte das in letzter Minute verhindern, beide Münchner Regatten zählen also nach wie vor für die Rangliste. Das ist auch gut so, denn außer der zu Pfingsten in Traunstein gibt es im süddeutschen Raum keine brauchbare Regatta mehr.

2001_muenchen25_3Wie gesagt, der Münchner Verein ist auf lokaler Ebene sehr aktiv und würde sich freuen, wenn sich noch mehr am Modellsegeln Interessierte dem Club anschließen würden. In Zeiten der Computerspiele fehlt insbesondere der Nachwuchs. Wer im Großraum München diese Zeilen liest und am Modellsegeln interessiert ist, sollte deshalb unbedingt Kontakt mit dem MYC aufnehmen.

Am Ende der beiden schönen Segeltage mit spannenden Positionskämpfen standen Sieger und Platzierte fest. Die ersten Ränge erhielten Pokale (in den Vorjahren gab es sogar Buddelschiffe als Pokale), und zum 25. Geburtstag erhielt jeder Teilnehmer als Jubiläumsgeschenk einen Delphin aus Kristallglas.

 

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Für eine problemlose Durchführung sorgte der seit Jahren souverän leitende Karl Schüler. Der Verlauf der Regatta wird mittels eines Computerprogramms festgehalten, welches von dem Münchner Spitzen-Segler Michael Seela entwickelt wurde. Es ist das einzige Programm in ganz Europa, welches besser, schneller und genau so sicher wie die alte Handmethode mit den Tafeln ist. Dieses Programm wird jedem interessierten Verein zur Verfügung gestellt. Es zeigt nach jedem Lauf sofort dessen Ergebnis, vor allem aber auch den stets aktualisierten Stand der Regatta.

2001_muenchen25_4München ist die Heimatstadt vieler Fernsehsender, und so ist es nicht verwunderlich, dass ein Clubmitglied, nämlich Andreas Schiebel, Kameramann beim Bayerischen Fernsehen ist und viele Regattaszenen mit der Kamera festhält.

Für eine kleine Spende zugunsten der Wasserwacht gibt es bei der Regatta zu jeder Tageszeit Kaffee und Kuchen, für das leibliche Wohl sorgen unermüdlich und seit vielen Jahren Frau Nachreiner und Frau Roth.

Dem Münchner Club sei Dank für die vergangenen 25 Jahre, verbunden mit der Hoffnung auf viele weitere mit erfolgreichem Club- und Regattaleben und vielleicht dem einen oder anderen neuen Mitglied.

logosmOriginal erschienen in der Zeitschrift Schiffsmodell  des Neckar-Verlags 8/1995 Autor:Gerhard Schmitt.
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