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Die folgenden Kurzberichte wurden im RC-Network-Forum veröffentlicht. Es handelte sich um Mails von den beiden Deutschen Teilnehmern: Carsten Posmik und Michael Scharmer.
Die Bilder verwendeten wurden auf der Homepage der Veranstaltung veröffentlicht.

title18.September Erster Bericht

So der erste Bericht über das Segeln in Australien. Es ist mir endlich gelungen hier an den Rechner ranzukommen und auch eine Email zu schicken.

Wer erwartet hat, dass das hier genauso läuft, ist bös enttäuscht. In Spanien hatten wir Container, hier ein Zelt (komme ich später noch mal drauf zurück); in Spanien hatte man die Möglichkeit die ganze Zeit was zu essen zu bekommen, hier musste man das vorbestellen; in Spanien hatte man die Möglichkeit bei sehr verschiedenen Windrichtung zu segeln; hier auch, aber die Hauptwindrichtung kommt von hinten. Vermessung war schnell und gut (ich musste nur 5g Blei nachlegen, Carsten hatte Probleme, weil sein zweiter Akku leichter war), es ist sehr drehend, auch wenn man eine gute Windrichtung hatte.

day12025Am Freitag hatte man die Möglichkeit eine Trainingsregatte zu segeln, die guten segelten da nicht mit, weil sie Angst um ihre Boote hatten. Da ich nicht zu den Guten gehöre, bin ich mitgesegelt, na ja ich habe erstmal wieder lernen müssen, wie man eine Regatta segelt. Freitagabend wurde bei einer Versammlung, im Gegensatz zu Spanien, die Belegschaft vorgestellt. Am Freitagabend wurde uns mitgeteilt, dass wir die Boote besser mitnehmen, da für die Nacht etwa 44kn angesagt waren, well, und sie kamen. Der Karavan schaukelte, die Wellen tobten und am nächsten Morgen war das Zelt weggeflogen, der Wind kam aus einer guten Richtung und nahm am Samstag erheblich zu (siehe Fotos), habe ich noch nie erlebt. day12037Tatsächlich Regatten mit Rigg 3 gesegelt, mit dem Boot war ich eigentlich zufrieden, bis auf die Tatsache, dass im Einteilungslauf auf der Zielkreuz der Akku alle war. Dann bei den nächsten Läufen hochgestiegen, bis zur B-Gruppe und da sagte die Winde, dass die keine Lust hat bei so einem Wind zu arbeiten. Carsten hatte es immerhin geschafft in den D-Lauf Reinzukommen und da auch drin zu bleiben.

day12042Heute Morgen war tatsächlich wieder Rigg 3 angesagt (Wind hatte über Nacht komplett aufgehört), aber ließ dann nach (Rigg 2 und dann 3) und drehte soweit, dass wir wieder ablandigen Wind haben. Carsten ist leider abgestiegen, ich versuche aus dem B-Lauf raus zu kommen, klappte aber bisher nicht; die anderen können ganz gut segeln, obwohl mein Boot einen sehr guten Eindruck macht, stelle ich immer wieder fest, dass die anderen doch etwas besser segeln können.

Im Moment haben wir Sonnenschein, geschätzt 24 Grad, wird heute Nacht aber wohl wieder schw...kalt werden; die letzten Nächte etwa 10 Grad.

Gruss Carsten und Michael
Downunder

21.September Zwischenbericht

 leider ist es nicht möglich vom Camp direkt zu mailen, irgendwie ist es nicht möglich von dort aus die Mails zu versenden, deswegen bin ich jetzt auf ein Internetcafe ausgewichen, um mal ein Überblick zu verschaffen.

Nach vier Wettfahrttagen, hat man das Revier ein bisschen kennen gelernt und muss feststellen, dass dieses Revier nicht meinen (nicht nur meinen) Ansprüchen entspricht. Der Trainingstag zeigte schon, dass die (in meinen Augen) Hauptwindrichtung (Wind von SO bis NO) auf dem Revier ablandig ist. Am ersten Tag war der Wind von einer anderen Seite, wurde immer mehr, dass man tatsächlich Rigg 3 bei den Wettfahrten fahren musste. Leider ist bei mir beim Einteilugslauf an der letzten Tonne der Akku leer gewesen, so dass ich nicht vierter im Ziel sondern mit der Aufgabe in E anfangen durfte. War aber eigentlich kein Problem sofort im nächsten Lauf bis zur B-Gruppe hochzufahren. Dabei hat aber vor dem Zuwasserlassen die Winde den Geist aufgegeben, ich konnte wieder in C anfangen habe aber problemlos wieder B erreicht. Carsten hatte einen guten Einteilungslauf und konnte die Gruppe D lange halten, ist aber am nächsten Tag in E abgestiegen und hat es leider noch nicht geschafft, wieder aufzusteigen.

In der Nacht nach dem ersten Tag ist der Wind immer stärker geworden, das aufgebaute Zelt ist weggeflogen und es ist am nächsten Morgen bei dem Wind keine Möglichkeit gewesen, das Bot aufzuriggen. Es gibt hier keine Möglichkeit, das Boot am See liegen zu lassen, muss man abbauen und am nächsten Morgen wieder aufbauen.

picture20007In den letzen beiden Tagen hat der Wind stark nachgelassen und hat auf NO gedreht, die Startkreuz ist jetzt extrem kurz, der Wind dreht auf der Kreuz dreimal um etwa 20 Grad und leider werden da keine 3 Runden sondern nur noch 2 Runden gefahren. Ergo sum, wer hier nicht das Glück hat einen guten Start auf der richtigen Seite und die Dreher richtig zu bekommen, hat keine Chance nach vorne zu kommen.

picture20178Bestes Beispiel ist Graham Bantock, abgestiegen in B und hat 3 Läufe gebraucht, um wieder nach A zu kommen. Oder Anders Wallin, gut in A losgefahren, abgestiegen und kommt im Moment nicht aus D raus. Oder Ken Binks, schafft es im Moment nicht aus C raus zu kommen. Da ich sicher bin, dass ich ein schnelles Boot habe, kann ich eigentlich immer relativ sicher sein nicht abzusteigen, da trotz schlechtem Start auf der Zwischenkreuz es immer vor dem Abstieg in B bewahrt. Leider ist es aber so auch nicht möglich in A aufzusteigen, es sei denn man hat eine gute Startkreuz. Hatte ich 2x, beim ersten Mal war ich locker Erster, Wind schlief ein, als er wieder da war, war ich nur noch sechster. Beim zweiten Mal ist mir leider ein Saling rausgerutscht, Abstieg in C. Aber kein Problem gewesen wieder in B zurückzusegeln.

20th20september2020052043Carsten hat mit den Bedingungen erhebliche Probleme, hat eigentlich noch keine Chance gehabt in D wieder rein zu kommen.

Nigel Winkley ist als Technischer Referent gewählt worden, Anders Wallin ist leider nicht gewählt worden. Trotzdem lohnt es sich hier in Australien zu wohnen, Temperaturen im Moment etwa 23Grad, Wasser etwa 20 Grad, jeden Morgen im Ozean mit den Wellen schwimmen, Klasse.

Carsten und Michael
Downunder

24.September Abschlussbericht

so geschafft, letzter Lauf zu Ende, werde gleich nach der EMail erstmal eine Runde schwimmen gehen. Leider hat es nicht geklappt, dort vom See zu mailen - InternetCafe; wollen mal sehen, was es diesmal kostet.

Craig Smith hat gewonnen, Graham Bantock zweiter, den Dritten kenne ich nicht, habe mir noch nicht die Liste angesehen.

Interessant ist, dass wir hier tatsächlich auf dieser schlechten Ecke 5 von 7 Tagen segeln mussten, Wind war gut (ablandig), aber sehr gnadenlose Dreher, dass es der Wettfahrtleitung nicht gelang, eine gute Linie auszulegen. Wenn man sich für eine Seite entschieden hat, kann es tatsächlich sein, dass das die falsche Seite ist. Startet man dann da doch, hat man aber immer noch die sehr große Wahrscheinlichkeit mit einem Winddreher an der ersten Tonne als Erster anzukommen (ist mir auch zweimal passiert).

Aber nicht das Ihr glaubt, ich vertrete hier nur meine eigene Meinung, alle die ich kenne und mit denen ich gesprochen hatte, waren auch der Meinung, dass für die Festlegung einer WM schon mal auf die Windrichtung geachtet werden sollte. Aber nichts desto trotz, es haben doch die Besten gewonnen.

Gruss Carsten und Michael
Downunder

noch mal eine Mail aus Australien, diesmal mit ein bisschen Abstand zur Veranstaltung.

Gestern Abend war die offizielle Verabschiedung mit Preisverteilung und Lob für Alle.

p1010002Von der Organisation her war die WM nicht schlecht; Kontrollvermessung schnell und gut, drei Startstellen für verschiedene Windrichtungen, Tonnen waren für die alle drei Startstellen vorhanden, es waren für alle Wasserflaschen ohne Ende vorhanden (Trinken war unbedingt notwendig), die Rechnerei und die Ansagen waren gut, die Wettfahrtleitung war gut, es waren Helfer ohne Ende vorhanden, zwei Motorboote, bei der ersten Versammlung wurde auch gesprochen (im Gegensatz zu Spanien) und der Wettfahrtleiter und die Umpirers vorgestellt. Für die gesamte Ausführung waren etwa 50 Helfer von Nöten.

Kommen wir zu dem, was ich als schade oder schlecht einschätze (teilweise meine eigene Meinung, teilweise von einer Vielzahl der Segler gestern bei der Preisverteilung bestätigt worden).

Schade fand ich, dass der Segelort und die Unterbringung 10 km auseinander waren und es nicht vorher erwähnt wurde, hätte man eventuell beim See eine billigere Unterkunft bekommen können und hätte nicht in dem nicht ganz billigen Touristenort Mooloolaba übernachten müssen.

Ärgerlich war zudem, dass man sich dort nicht verpflegen konnte, es sei denn, man hat bei der Abgabe der Meldung entsprechend angekreuzt und auch viel Geld dafür bezahlt. Man konnte bei der Meldung auch verschiedene Events ankreuzen (haben wir wegen der Preise nicht gemacht) und konnte dann auch vom Flugplatz abgeholt werden (immerhin fast 100 km), konnte die 10 km hin und zurück gebracht werden, Frühstück am Segelort (very British- Speck, Spiegelei, Wurst, Tomaten- frittiert und nicht gebraten), Fischessen am Dienstag (Getränke mussten extra bezahlt werden- ein Glas Wein, ein Bier 10 Dollar), Strandparty im Hafen (Getränke mussten selber mitgebracht werden). Am Mittwoch war Layday, es ist nichts vorgeschlagen oder organisiert worden, was man an dem Tag machen könnte; fährt man also ins Schwarze los und hofft, etwas gutes oder wichtiges zufällig zu finden. Kann ich nur sagen, dass man diesen Layday besser nicht ausführt (wurde in Spanien angesprochen, wurde aber mit reingenommen).

picture20001Leider war am See nur ein Zelt (Leider nicht weil, es nur eins war, sondern dass es ein Zelt war- in Spanien hatten wir dafür Container bereitgestellt bekommen) aufgestellt worden, in dem auch die Segler ihre Boote in der Nacht abstellen konnten. Bewacht wurde das in der Nacht von einem Wachsystem- mit Hunden. Leider war es nicht möglich, die Segel auszupacken, weil es zum Aufhängen keine Möglichkeiten gab. Nächstes Problem war, dass das Zelt bei dem Wind in der Nacht wegflog, glücklicherweise ist da kein Boot drin gewesen. Am nächsten morgen mussten wir die Boote ungeschützt bei 6 Bft aufbauen. Später wurden dann noch zwei Zelte aufgestellt, in denen sich aber keiner mehr traute sein Boot dazulassen. Wegen der Winddrehung am zweiten Tag mussten wir an einer ganz anderen Ecke segeln, so dass die Zelte fast gar nicht mehr genutzt wurden- 22 Grad und eine Sonne, die dir den Pelz verbrennt, ich habe mich dann über die Mittagszeit mit dem Boot dahin verzogen, weil ich es nicht mehr aushalten konnte. Es sind leider auch nur Pump-Klos augestellt worden, schlecht für die Damen, da da kein Pissoir vorhanden ist; später wurde denn ein Klo nur für die Damen gekennzeichnet.

picture20022Das größte Problem ist leider (und da bin ich sicher), dass die Hauptwindrichtung im Sunshine Paradise wohl auflandig ist, was bei dem See aber zu einem ablandigen Wind führte. Es gibt für einen Wettfahrtleiter nichts Schlimmeres als ablandigen Wind. Und noch schlimmer ist das für die Segler, die unbedingt aufsteigen wollen. Kann man sich vorstellen, dass von 21 Seglern nur die ersten vier hoch kommen, hat man aber eine Startlinie, die wegen der drehenden Winde (ablandig) innerhalb von einer halben Minute die bessere Seite vertauscht oder dass auf der (zu) kurzen Startkreuz nach einem klasse Start von vorn nach hinten bringt und man damit den Aufstieg in die Tonne drücken kann (Beispiel Ken Binks - als sehr guter Segler hat er es nicht mehr geschafft nach A zu kommen).

Und jetzt kommen wir zum größten Problem (hat aber mit dieser Veranstaltung nichts zu tun):

 

wegen der EM 2006 ist aus Portugal nichts zu hören, es wird angenommen, dass von dort nichts zu erwarten ist. Die WM 2007 ist von Südafrika aufgegeben worden, eventuell wird sie in Frankreich übernommen, ist aber im Moment nur eine Aussage des französischen Teilnehmers.

Gruss Carsten und Michael
Downunder

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