Anforderungen an Wettfahrtoffizielle

Der Wettfahrtleiter soll seine Qualifikation durch die Teilnahme an einem entsprechenden Lehrgang nachweisen. (Voraussetzung es werden an mindestens 2 Terminen pro Jahr solche Lehrgänge angeboten)

Regattasystem

Es dürfen alle Regattasysteme (siehe Teil IV), die in dieser AFM beschrieben sind, bei Ranglisten- und Freundschaftsregatten eingesetzt werden, mit Ausnahme der Deutschen Meisterschaft und der Ranglistenregatten die als Schwerpunktregatten durchgeführt werden, bei diesen Regatten darf nur das Heat-Management-System in der jeweils aktuellen Version eingesetzt werden.

Kurse

  • Der erste Bahnschenkel nach dem Start muss eine Kreuzstrecke sein! Wenn es nicht sinnvoll möglich ist den ersten Kurs als Kreuzstrecke auszulegen kann auch ein Vorwindstart erfolgen. Bei einem Vorwindstart muss die erste Bahnmarke ein Gate sein.
  • Es ist unbedingt darauf zu achten, dass keine Seite der Startlinie bevorzugt ist!

Start- und Ziellinie müssen nicht die gleiche Linie sein.O ft lässt sich gerade durch Verlegung der Ziellinie die Kreuzstrecke stark verlängern. Es ist ggf. möglich, eine Startlinie so auszulegen, dass sie von den Teilnehmern nicht unmittelbar einsehbar ist. Die Frühstartkontrolle erfolgt dann durch Observer außerhalb der Fernsteuerungsposition (auch denkbar in einem Boot) und durch entsprechenden Zuruf an die Segler, falls ein Frühstart erfolgt. Zur besseren Verlegung der Startlinie, je nach Windrichtung, empfiehlt es sich, eine Stange an Land vorzusehen, die in ihrer Position leicht verändert werden kann. Diese Stange ersetzt dann die landseitige Startbahnmarke.
Für den reibungslosen Startablauf und zur Vermeidung von „Reindrängeleien“ kann es sich bei großen Gruppen empfehlen, im Abstand von etwa 5m zur Steuerbord- Startlinienbegrenzung eine Hilfsboje einzusetzen, die zwingend auf der Vorstartseite passiert werden muss, wobei außerdem die gedachte Linie zwischen Hilfsboje und Startlinienbegrenzung nicht überfahren werden darf. Boote, die diese Linie überfahren, müssen die Hilfsboje erneut runden.

afm1

Flachstellen im Kurs müssen kenntlich gemacht sein.

Aufgaben des Wettfahrtleiters

Allgemein

Der Wettfahrtleiter ist für die sachgemäße Abwicklung aller technischen und organisatori-schen Angelegenheiten an der Startstelle einer Regatta verantwortlich. Der Wettfahrtleiter entscheidet,

  • ob die Wettfahrt gesegelt wird oder nicht,
  • über den Kurs und die Länge,
  • über Startwiederholung und die Lage der Start- und Ziellinie
  • über Sicherheitsmaßnahmen

Die Wettfahrtleitung überwacht die Einhaltung der Klassenvorschriften und die richtige An-wendung des Wettfahrtsystems. Sie kontrolliert das Vorhandensein von Messbriefen vor Start der Regatta. Sie kann einen Vermesser einsetzen. Beanstandungen sind auf dem Protestwege zu klären.

Während der Wettfahrt

  • Verschiebung und Abbruch einer Wettfahrt
  • Einhaltung der Wegerechtsregeln durch die Teilnehmer
  • Anwendung der FIDRO-Regel direkt an der Startstelle und /oder
  • Anwendung des Umpirings (Sofortentscheidung), falls dies durchgeführt wird.
  • Einberufen der Jury

Nach der Regatta

Innerhalb von 14 Tagen nach der Regatta ist das Endresultat an den Ranglistenführer der betreffenden Klasse zu schicken.

Aufgaben der Wettfahrthelfer

Ein wesentliches Hilfsmittel zur Durchführung von Regatten sind die Startkarten und die zugehörige Starttafel. Der Wettfahrthelfer trägt hier die Platzierungen und Punkte ein oder führt diese Aufgabe unter Einsatz eines entsprechenden Computerprogramms durch. Die Aufgabe kann delegiert werden.

Startkarte:

 

Quarze

       

Lauf

1

2

3

4

5

6

7

8

Ergebnis

         

Gruppe

               

Summe

Segel-Nr.

Name

Platz

               

Streicher

   

Punkte

               

Punkte

   

Summe

               

Platz

 


Auf den Startkarten werden der Name und die Segelnummer des Teilnehmers, die einzelnen Laufergebnisse, die Quarzeinteilung, die Gruppenaufteilung und schließlich auch das Endresultat festgehalten. Die Karten sind für nahezu jedes Regattasystem verwendbar. Wichtig ist die Zwischenaddition der Ergebnisse damit zum Ende der Wettfahrt die Ergebnisfindung beschleunigt wird.


Die Tafel, an der die einzelnen Startkarten auszuhängen sind, sollte so gestaltet sein, dass die Karten einer Gruppe jeweils untereinander aufgehängt werden können. Zusätzlich sollte noch Platz für ca. 4 Karten sein, so dass das Umsortieren beim Auf- und Absteigen vereinfacht wird.
Besonders bewährt hat sich auch die Ausrüstung dieser Startkartentafel mit einem Regen-schutz. Im Übrigen sollte gewährleistet sein, dass sich jeder Teilnehmer zu jeder Zeit über die aktuellen Punktestände informieren kann. Das Endergebnis muss bis zum Ende der Protestfrist aushängen! Die Auswertung einer Regatta ist keine "Geheimsache"! Bei Be-nutzung eines Computerprogramms muss nach jedem Lauf ein Ausdruck des Lauf-Ergeb-nisses veröffentlicht werden.
Der Wettfahrthelfer kann in Abstimmung mit dem Wettfahrtleiter die Teilnehmer zur Wett-fahrt aufrufen. Vor Beendigung der aktuellen Wettfahrt ruft der Wettfahrthelfer die Teilneh-mer der nächsten Gruppe auf. Diese halten sich in Bereitschaft, um Ihre Boote nach Been-den der aktuellen Wettfahrt möglichst schnell in Wasser zu setzen.

Aufgaben und Einteilung der Observer (Beobachter)

Für jeden Lauf sollten mindestens zwei Observer eingesetzt werden. Den Zieleinlauf beo-bachtet und notiert der Wettfahrtleiter bzw. ein Observer, welcher für den Zieleinlauf einge-teilt wurde. Jeder Vorfall muss notiert werden und jeder Kontrollbogen ist vom Observer zusammen mit der Laufbezeichnung zu unterschreiben.
Für die Observer gelten die gleichen Beschränkungen hinsichtlich Bewegungsfreiheit (Kont-rollraum) und Sichtfeld, wie für die segelnden Teilnehmer.
Die Observer sind nur Beobachter, das heißt, sie sollen die Vorkommnisse auf dem Wasser beobachten. Sie sind keine Schiedsrichter und keine Jury. Sie sollen und dürfen nicht Recht sprechen. Sie sollen nicht die rechtliche Situation beurteilen, sondern die Segler nur auf einen Kontakt zwischen zwei oder mehreren Booten oder einem Boot und einer Boje auf-merksam machen und dieses für alle Teilnehmer bekannt geben.
Es ist nicht Aufgabe der Observer, einen Segler zum Kringeln aufzufordern. Ausschließlich zur Identifizierung der Boote sind Ferngläser erlaubt. Der Observer soll sich davon überzeugen, dass die betroffenen Segler einen Kontaktruf auch tatsächlich gehört haben und ggf. den Wettfahrtleiter zwecks Mikrofondurchsage informieren.
Die betroffenen Segler müssen die Annahme einer Ersatzstrafe ankündigen bzw. einen Protest aussprechen.