Die Segelanweisung in dieser AFM ist das verbindliche Muster für alle Ranglistenregatten. Vorschriften der Wettfahrtsysteme dürfen durch eine Segelanweisung nicht geändert werden. Sonstige ggf. erforderliche Ergänzungen oder Änderungen sind schriftlich festzuhalten und auf einer Anschlagtafel (Race Board) zu veröffentlichen. Zusätzlich muss auf Änderungen noch mündlich vor Regattabeginn hingewiesen werden.


1. Wettfahrtregeln

Die zur Anwendung kommenden Wettsegelbestimmungen sind die "Wettfahrtregeln-Segeln“ der ISAF und deren Anhänge in der jeweils aktuellen Fassung.

2. Ablauf der Wettfahrt

Unter diesem Punkt soll der genaue Ablauf (Anfangs- und Endzeiten, Pausen) aufgeführt werden. Die Beendigung der Regatta soll durch Festlegung der Startzeit für den letzten Durchgang erfolgen (Letzter Start der Gruppe A). Der Wettfahrtleiter behält jedoch die Mög-lichkeit, eine Regatta nach eigenem Ermessen vorzeitig zu beenden allerdings unter Beachtung von WR E 3.8.

3. Wettfahrtsystem

Angabe des benutzten Wettfahrtsystems entsprechend den Angaben in der Ausschreibung.

4. Kurse

Der zu segelnde Kurs wird auf der Kurstafel ausgehängt. Dies gilt auch für jeden neuen oder geänderten Kurs. Jeder Wechsel des Kurses wird mündlich bekannt gegeben.

5. Fernsteuerungsposition

Während eines Laufes haben sich die segelnden Teilnehmer und die Observer in einem markierten Areal aufzuhalten (ca. 1 Meter Breite je Observer und Teilnehmer). Es ist nicht zulässig, die Boote von einer anderen Position zu steuern, es sei denn dies wird durch den Wettfahrtleiter ausdrücklich erlaubt.

6. Startablauf

Startsignale werden immer akustisch gegeben. Das akustische Signal wird in der folgenden Weise verkündet. 
2 Min, 1 Min., 50, 40, 30, 20, 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1, "Startsignal"

Erst nach dem kurzen akustischen Signal, darf die Startlinie in Richtung zur ersten Bahn-marke überfahren werden. Das Ankündigungssignal wird 2 Minuten vor dem Start gegeben. Das Vorbereitungssignal wird 1 Minute vor dem Start gegeben. Bei einem Kontakt oder einem Regelverstoß in der Vorbereitungszeit kann man sich sofort entlasten.
Der Wettfahrtleiter hat nach eigenem Ermessen die Möglichkeit eines "Allgemeinen Rückrufes" bei einem Fehler im Startverfahren oder falls Einzelrückrufe nicht möglich sind oder grundsätzlich nach WR 32.

Gründe nach WR 32 sind:

  1. Fehler im Startverfahren
  2. Schlechte Wetterbedingungen
  3. Ungenügender Wind, Zeitlimit wird wahrscheinlich überschritten
  4. Bahnmarke fehlt oder ist vertrieben
  5. Sonstige Gründe, welche die Sicherheit oder Fairness des Wettbewerbs unmittelbar beeinflussen

Wenn sich 3 oder mehr Boote verhaken ist eine Startwiederholung durchzuführen, weil dann anzunehmen ist, dass 2 Boote unverschuldet in diese Situation gekommen sind.
Zur Abkürzung des Startverfahrens kann, falls alle Teilnehmer mit ihren Booten im Wasser sind, das Startband mit dem Vorbereitungssignal (1 Minute vor Start) begonnen werden. Diese Entscheidung trifft der Wettfahrtleiter.

7. Beendigung einer Wettfahrt

Beim Überqueren der Ziellinie muss jeder Teilnehmer für die Observer hörbar seine Segel-nummer laut ausrufen, soweit der Veranstalter nicht ausdrücklich darauf verzichtet.

8. Zeitbegrenzungen / Maximalzeit für Zieldurchgang des ersten Bootes

Das erste Boot eines Laufes muss innerhalb von 20 Minuten die Ziellinie überquert haben. Eine mögliche Änderung dieses Zeitlimits ist anlässlich der Steuermanns¬bespre¬chung und an der Anschlagtafel bekannt zu geben. Die Wertungszeit, die nach dem Ziel¬durchgang des 1. Bootes einer Gruppe beginnt, beträgt 10 Minuten. Boote, die in dieser Zeit nicht durchs Ziel gehen, werden auf den letzten Platz gesetzt.

9. Kontrolle der Fernsteuerungsfrequenzen

Jeder Teilnehmer hat mindestens vier verschiedene zugelassene Quarzpaare entspre¬chend seiner Meldung für die Wettfahrt bereitzuhalten, es sei denn, seine Anlage arbeitet mit 2,4 GHz.

10. Jury

Die Jury bei DSV-Ranglistenregatten setzt sich aus drei erfahrenen Seglern mit guten Re-gelkenntnissen zusammen. Dies können auch Teilnehmer sein, für die, falls sie selbst betroffen sind, jeweils ein Ersatzmann zu benennen ist. Die Entscheidungen der Jury sind endgültig.

11. Proteste

Falls sich ein mit Protest belegtes Boot nicht entlastet hat, wird unmittelbar nach Beendigung des betreffenden Laufes eine erste Entscheidung über die vorliegenden Proteste getroffen. Vorgenommen wird dies vom Wettfahrtleiter nach Rücksprache mit den Wettfahrtbeobachtern (FIDRO, First Decision by Race Officer) oder aufgrund der Sofortentscheidung des Wettfahrtleiters bei Durchführung von UMPIRING. Ein Boot, das die Entscheidung des Wettfahrtleiters akzeptiert und disqualifiziert wird, erhält eine Punktzahl entsprechend dem letzten Platz seiner Gruppe.

Ein Mitglied der Jury leitet die Protest- bzw. Wiedergutmachungsverhandlung. Jeder beteiligte Teilnehmer muss gehört werden und kann weitere Zeugen benennen, die eben¬falls gehört werden müssen. Nach der Entscheidung der Jury gibt der Wettfahrtleiter das Ergebnis (DSQ eines/mehrerer Boote, Zurückweisung des Protests, Wiedergutmachung) bekannt.

12. Boot außer Kontrolle

Ein außer Kontrolle geratenes Boot wird als Hindernis angesehen. Der Teilnehmer hat sofort und laut den Verlust der Kontrolle über das Boot bekannt zu geben. Ein außer Kontrolle geratenes Boot wird als aus dem Rennen genommen angesehen, selbst wenn es die Kontrolle später wieder erlangt. Es kann entsprechend Regel 62 Wiedergutmachung verlangen, wenn es nachweist, dass der Verlust der Kontrolle aufgrund von Frequenzstörungen eintrat.

13. Verantwortlichkeit / Haftungsausschluss

Weder der Veranstalter noch sonstige offizielle Personen sind für irgendeinen persönlichen Schaden, für irgendeine Beschädigung oder für sonstige Nachteile im Zusammenhang mit der Regatta haftbar zu machen. Jeder Teilnehmer nimmt auf eigenes Risiko für sich und seine Regattaausrüstung (Boot, Segel, Zubehör etc.) teil.

14. Vermessung

Die Teilnehmer der Regatta müssen bei der Registrierung einen gültigen Messbrief nach-weisen und ihre Boote jederzeit für eine Kontrollvermessung bereithalten, die der Wett-fahrtleiter zu jeder Zeit veranlassen kann. Für diese Aufgabe sollte er einen zugelassenen DSV RC- Vermesser heranziehen. Andernfalls kann er die Überprüfung auch selbst vor-nehmen. Boote, die an Regatten nach den Regeln der ISAF-IRSA teilnehmen, müssen den gültigen ISAF-IRSA Vermessungs- und den Klassenvorschriften entsprechen.

15. Segelnummern

E8(b)(1) RRS wird folgendermaßen geändert: Eine Segelnummer, die aus den letzten beiden Ziffern der persönlichen Nummer des Teilnehmers oder Eigentümers besteht, die ihm von der dafür zuständigen Stelle zuerkannt wurde.