Am Wochenende fand die internationale Meisterschaft der Marbleheadklasse in Holland statt. Schon im Vorfeld hatte sich ein exklusives Starterfeld der europäischen Spitzensegler für dieses Event angemeldet.

Die Anmeldeliste findet sich im Holländischen Forum

Hätten wir in diesem Jahr auch nur ein Zehntel des Sturmes vom vergangenen Jahr gehabt wäre auch diese Regatta wieder eine der schönsten des Jahres geworden. Paul d’Arnaud und Chris Vaes hatten die Regatta wie üblich bestens vorbereitet. Es war sogar eine internationale Schiedsrichterin für dieses Event organisiert worden. Auch der örtliche Segelverein in Gouda hat uns mal wieder aufs beste unterstützt. Leider, und darunter litten die Veranstalter sicherlich noch mehr als die Teilnehmer, war in diesem Jahr mehr oder weniger Flaute angesagt. Lediglich am ersten Tag hatten wir eine angenehme und stetige Priese. So konnten wir am ersten Tag 7 Durchgänge in zwei Gruppen mit 28 Teilnehmern und an den folgenden 2 Tagen leider nur 5 weitere Durchgänge segeln.

Der Verteidiger des Titels Christian Helder konnte in diesem Jahr leider nicht antreten. So musste Chris Vaes NED 21 zusammen mit den französischen Teilnehmern Laurent Gerbeaud FRA 171 und Giles de Crescenzo FRA 71 sowie dem Tschechen Petr Nehera CZE 34 die Aufgabe übernehmen Graham Bantock GBR 95 das Leben schwer zu machen. Konnten der Autor GER 68 und der Franzose Michel Brun FRA 25 dies am ersten Tag noch erfolgreich, so mussten wir an den folgenden Tagen die Aufgabe an die anderen übertragen (das Schwarzbier hat mich doch noch einige Zeit verfolgt und Michel hatte glaube ich ähnliche Probleme).

Aber es half eben alles nichts. Mit absoluter Konzentration und perfektem Trimm seiner ROK hat uns der Meister aus England wieder einmal ein Schnippchen geschlagen und konnte am Ende mit etwas Vorsprung die Regatta für sich entscheiden. Neuer holländischer Meister der Marblehead Klasse ist Chris Vaes der Graham Bantock auf dem 4. Gesamtplatz folgte.

Nun noch ein paar Worte zu den deutschen Teilnehmern in diesem Feld der europäischen Spitzensegler. Kurz gefasst gelang es uns leider nur die Plätze im Mittelfeld zu erringen. Wie gesagt der Autor hätte ein bisschen weniger tief ins Glas schauen sollen dann wäre sicher ein guter Platz möglich gewesen. Ihm folgte Heinz Bohn auf dem 12. Platz und gleich dahinter Jürgen Peters auf Platz 13. Was für eine Unglückszahl aber passend zum Verlauf dieser Regatta für den internationalen Schweizer Meister der Tenrater. Eigentlich war klar das die Regatta eine Schwachwindregatta sein würde, dennoch segelte Yogi die Regatta mit seiner blauen Starkers (ein tolles Boot für Starkwind) und lies die viel besser geeignete Skalpel im Auto liegen (mir vollkommen unverständlich – was bedeutet schon Freundschaft wenn es um Plätze geht). Wahrscheinlich wollte er uns anderen deutschen Teilnehmern einfach einmal eine Chance lassen – anders ist die Sache nicht zu erklären. Offensichtlich mit seiner eigenen Entscheidung uneins gelang ihm aber am ersten Tag gar nichts. Erst am zweiten und dritten Tag blitzte ab und zu sein Talent auf was ihn zeitweise bis unter die Top Ten vorrücken ließ. Insgesamt war Yogi aber mit seiner Leistung, offensichtlich und begründet, nicht zufrieden. Infolge dessen verkaufte er dann auch umgehend die mitgebrachte Skalpel, vermutlich weit unter Wert, an einen Franzosen. Seine blaue Starkers wird wahrscheinlich demnächst bei mir im Keller stehen und Yogi wir auf der nächsten Regatta mit einer ROK des englischen Herstellers erscheinen. Wie auch immer: „Yogi ich liebe Dich“.

Auf Platz 15 folgte Helmut Krahforst (Poppppelsche) der leider auch nicht an seine Schwachwinderfolge mit der Joker anknüpfen konnte. Nigel Winkley war und konnte auch mit seinem 17. Platz nicht zufrieden sein, macht auf mich aber schon wie in den vergangenen 8 Monaten einen unerklärlich müden Eindruck. Auf den folgenden Plätzen lagen Volker Pilz, Gerd John und Eberhard Schuch denen dann auf Platz 23 Dieter Junke (der zahnlose – Schwerttt, Ruddder und druff) und auf Platz 27 Josef Elfring folgten.

Trotz Anwesenheit der internationalen Schiedsrichterin wurde nach dem Prinzip „Jeder Segler wird schon kringeln wenn er was falsch macht“ gesegelt was es vor allem im Mittelfeld extrem schwierig machte sich durchzusetzen. Ich glaube für die Topsegler noch machbar, war diese Form der Regattadurchführung doch insgesamt nicht erfolgreich. Ich denke hier sollten unsere holländischen Kollegen noch einmal einen anderen Ansatz versuchen. Ansonsten war auch dieses Jahr die holländischer Meisterschaft ein Event von internationaler Bedeutung, dass ich jedem einmal zu besuchen empfehlen kann.

Die Ergebnisse finden sich auch im Holländischen Forum

gouda_2009