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wm_m_98_10Das Boot von T. Klem, dem amtierenden Europameister

Von den insgesamt 80 Teilnehmern gehören 30 in die Spitzenklasse. Diese muß man nochmals unterteilen in "Klasse 1a" (im Prinzip die fünf Erstplazierten) und "Klasse 1b".
Von den 1b-Fahrern kann jeder jeden schlagen, m.E. entscheiden Tagesform und Umstände. Entsprechend hart umkämpft waren die einzelnen Rennen. So verwundert es auch nicht, daß der amtierende Europameister Thorwald Klem - ein Fahrer, den man bei leichtem und gleichmäßigem Wind zu den 1a-Fahrern rechnen muß - nur 16. wurde.
Oder Jon Elmaleh, ein Weltmeister früherer Jahre, der gar nur 51. wurde!

Graham Bantock, GBR 95:
wm_m_98_3Mehrmaliger Europa- und Weltmeister (viermal in Folge!) der verschiedensten Klassen. Angereist war er mit einem neuen Boot, im Prinzip eine schmälere Version seiner bekannten PARADOX. Auch Graham hatte mit leichteren Windverhältnissen gerechnet, deshalb der schmälere Rumpf, der lange, schmale und relativ leichte Bleiballast und zudem ein Decksaufbau ähnlich einer Kajüte, um den bekanntlich auf 216 cm limitierten Mast über diese Maßnahme in höhere, vom Wind bevorzugte Zonen zu bringen. Die ersten Tage fuhr Graham eher vorsichtig und verhalten, spielte dann in den letzten beiden Tagen seine Klasse und sprichwörtliche Coolness aus, um doch noch klar zu gewinnen. Die Engländer nennen ihn nicht umsonst „Mr. Consistency".

G. Bantock, alter und neuer Weltmeister mit seinem neuen
Boot, Nachfolger der bekannten PARADOX

Guillermo Beltri, ESP 131:
Ein Newcomer in der Szene, aber ein knallharter Segler. Angeblich ist er zweifacher Weltmeister in der Jollenklasse „Vaurien" und hat dort alle Tricks und Kniffe, die auch beim Modellsegeln nicht viel anders sind, bis zur Perfektion gelernt. Anfangs nahm ihn niemand so richtig ernst, und er kam m.E. in fraglichen Situationen öfters ungeschoren davon, in denen bekanntere Boote Protest bekommen hätten.
Er fuhr ein komplett von Walicki geliefertes Boot und beherrschte dieses extrem gut. In puncto Taktik ein ausgesprochener Fuchs.

Janusz Walicki, GER 06:
wm_m_98_6Eigentlich war er an der Reihe, die WM zu gewinnen: Die Windverhältnisse waren eher ideal für ihn. Zwei Umstände standen dem aber entgegen. Auch Janusz hatte die 10R-WM 1991 an diesem See mit eher leichten Winden in Erinnerung und deshalb die schmalste Version seiner Boote vorgezogen und mit nur 2,9 kg Blei gefahren. So kam es öfters vor, daß auch er bei den stark variierenden Winden und den extremen Böen das Boot nur noch mit Mühe beherrschen konnte. Das kennt man bei ihm normalerweise nicht, vielmehr wird er sonst bei mehr Wind immer besser und überlegener. Die ersten Tage war er auch sehr erfolgreich und führte die WM lange Zeit an. Je cooler aber Graham Bantock wurde, desto nervöser wurde Janusz, der zweite Umstand, den man bei ihm normalerweise nicht kennt.

J. Walicki und J. Brüggen: "Was kann man noch besser einstellen?"

Paul Jones, GBR 08:
Er ist ein ruhiger und sympathischer Mensch, sein Fahrstil ist dementsprechend, aber trotzdem sehr erfolgreich. Mit etwas weniger Pech hätte er auch Zweiter werden können. Er fährt eine PARADOX von Graham Bantock, auch die Segel sind von ihm.

Christian Goubet, FRA 44:
wm_m_98_7Dieser brachte die Weiterentwicklung der "Mar'Go" an den Start, die "Sho'Go" ebenfalls von Paul Lucas. Ob dieses Boot schneller als der Vorgänger ist, läßt sich noch nicht abschließend sagen, da der Siebte, Remi Brês, dicht folgte.
Bei leichten Windverhältnissen spielt es evtl. eine positive Rolle, daß das Heck nicht mehr wie bei der "Mar'Go" mehrere Millimeter eintaucht. Goubet ist ein erfahrener Segler, immer gut für vordere Plätze. Trotzdem war es erstaunlich, daß er vor so bekannt guten Leuten wie Remi Bres, Christoph Boisnault (WM 1990) oder Philippe Sol (Französicher Meister 1998) lag.

C. Goubet, der beste Franzose auf Rang 5 mit der brandneu en "Sho'Go" von P.Lucas

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P Stollery, Sechster im Klassement mit einer ROAR EDGE, einer Konstruktion seines bekannten Vaters R. Stollery