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Das Segelservo

Seit 1 1/2 Jahren fahre ich jetzt ein Servo zum Dichtholen der Schoten. Vorgabe ist von Conrad das
S-8051BB und kostet 39,99Euro. Es erreicht nur etwa 150°, das ist für diesen Zweck zu wenig. Um mehr Weg zu ermöglichen, braucht man zwei Widerstände mit je 1,5kOhm/0,25Watt. Auf geht's.

Dazu muss man das Servogehäuse aufschrauben und die Getriebeseite öffnen.

 

image082 Am Abtriebszahnrad ist ein Anschlag, der abgesägt werden muss.
Das war die Getriebemaßnahme. Diese Gehäusehälfte kann wieder geschlossen werden. Nun muss noch die Elektronikseite getunt werden. Dazu muss die Platine vom Motor abgelötet werden. Darunter kommt das Potentiometer zum Vorschein.

 

 

 

 

An diesem sind drei Kabel angelötet: Außen ein grünes und ein rotes Kabel und in der Mitte ein gelbes Kabel. Das Grüne und das Rote muss aufgetrennt werden und dazwischen werden die Widerstände eingelötet. Dann noch sorgfältig isolieren (am besten mit dünnem Schrumpfschlauch), die Platine wieder montieren und an den Motorkontakten anlöten. Gehäuse verschließen, verschrauben, fertig. image083

 

 

 

 

image084 Den Hebel fertige ich aus einem der beiliegenden Ruderarme und 2x15mm Alublechstreifen. Die Länge bestimmt der Holweg. Ich baue an der Schot noch einen Block zur Untersetzung ein, um damit den Holweg zu verdoppeln. An der Schot sind Fock- und Großschot angetüddelt.
Das, was jetzt folgt, bezieht sich ausschließlich auf den Graupner-Sender. Bei der Programmierung ist die Mitte auf Null zu stellen, die Wege zu beiden Seiten auf 150%, wenn man ohne die Feineinstellung fahren will. Diese muss auf Mitte stehen, man erreicht damit etwa 200°. Will man den gesamten Weg der Feineinstellung nutzen, muss man auf 125% stellen. Ohne die Feineinstellung erreicht man so in etwa 160°.

 

 

 

Es kann Probleme bei der Einstellung geben, wenn das Servo weiter läuft und den Endpunkt nicht findet. In diesem Fall sofort den Hebel am Sender wieder zurück und die Wegeinstellung verkleinern. Das Problem ist bei mir erst beim vierten Servo aufgetaucht, Einstellung ist jetzt bei 112%.
Um den Nullpunkt des Servos zu verstellen, ganz vorsichtig am Hebel bis zum Anschlag des Potis drehen und dann kann man etwa noch 20° weiterdrehen.
Weshalb ich unbedingt mehr als 180° haben möchte: Die Schot wird auf den weiteren Graden auf dem Hebel weitergedreht (kleine Rille reinfeilen); man erreicht dadurch eine Feineinstellung, um die Segel an der Kreuz einstellen zu können. Und damit die Schot beim Aufmachen bei wenig Wind vom Hebel rutscht, kommt da auf den letzten 5cm Schotweg ein Gummi zum tragen, sonst braucht man das nicht.
Wofür dieses ganze andere Tüddellüt gut sein soll (z.B. Sören Andresen), weiß ich nicht. Das, was ich oben erklärt habe, reicht aus, um schnell segeln zu können. Bei mehr Wind und einfallenden Böen ist die Last aber zu stark, das Servo schafft das dann nicht. Das ist aber wohl nicht so wichtig, denn es scheint trotzdem auszureichen.

Meistens genügt es, mit dem Servohebel den geforderten Weg zu erreichen, dann gibt es auch kein Problem mit dem Dichtholen. Man sollte bei einer Hebellänge von etwa 6,5cm aber schon auf 180° kommen.

Das Servo wird mit einer Schraube und Scheibe im Fundament fixiert. Oben (Servo lieg flach) wird der Empfänger mit Klettband befestigt. Ruderservo rein, Verkabelung, Akku rein und los geht’s. Ich lasse meine Akkus in Längsrichtung verbinden (so liegen sie tiefer und ich kann sie auch längs besser verschieben). Auch die werden mit Klettband, Gegenstücke des Klettbandes werden mit Sika im Rumpf eingeklebt, befestigt. Das hält auch bei einer 180°-Krängung.

Eigentlich bin ich jetzt fertig, fast! Ich musste noch 210g Blei absägen und einkleben: Alles komplett ohne Kiel wog das Boot 1295g.

Am Samstag war ich tatsächlich am Teich gewesen, Boot rein, Schwimmlage okay, viel Eis, wenig Wind und Boot segelt.

image086© Smunck

Heute zur Nikolausregatta nach Ribnitz-Damgarten und gleich Wind und Welle und Rigg 2 und segelte.

image088© Opi44

Aber, und jetzt kommt das große ABER, irgendwo kam da ganz schön Wasser rein.
Und wie das immer so ist, hatte ich absolut keine Ahnung, wo das herkommen konnte. Da ist noch viel Spürsinn notwendig. Ich habe auch schon Rümpfe weggeworfen, bei denen ich das Leck nicht gefunden habe. image089

Allen, bei denen es leckt, kann ich nur empfehlen, das Boot mal aufzublasen. Bei den Mengen, die ich da immer nach jedem Lauf rauslaufen sehe (war bei mir auch), kann ich nur empfehlen, einfach mal an der Lenzöffnung ordentlich reinzublasen, häufig kommt dann die Abklebefolie hoch, und wenn die dann nach dem Blasen wieder runterfällt, habt Ihr ein großes Problem. Bei kleinen Problemen, sprich kleinen Löchern, kann man sogar das Pfeifen hören.
Mit empfiehlt sich, mit viel Geduld zu suchen. Es findet sich eigentlich immer etwas. Notfalls alles, was man meint was undicht sein könnte, abkleben. Ich habe etwa eine Stunde gebraucht, bis ich ein Loch im Bereich Mast/Deck/Mastkontroller gefunden hatte. Noch nicht einmal 1mm Durchmesser hatte es und da kommt Wasser rein- ich sag’ Euch das. Es sei denn, es ist ein Boot aus England, die lecken gnadenlos, weil man das eben bei dem hohen Preis mitbezahlt hat.

Mit den Problemen beim Lackieren hat der Bau etwa 4 Wochen beansprucht. Das einzige, was ich nicht neu gebaut habe, ist der Kiel.

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© koku